Was ist Atorvastatin?
Atorvastatin ist ein Statin. Es hemmt die HMG-CoA-Reduktase, das geschwindigkeitsbestimmende Enzym der körpereigenen Cholesterinproduktion in der Leber. Weniger Eigenproduktion bedeutet, dass die Leberzelle mehr LDL-Rezeptoren an ihre Oberfläche stellt und dadurch mehr LDL aus dem Blut zieht. Der eigentliche Effekt kommt also aus diesem zweiten Schritt, nicht direkt aus der Hemmung.
Im Kontext dieser Plattform ist es relevant, weil orale Anabolika das HDL regelrecht abräumen und gleichzeitig das LDL hochtreiben. Diese Verschiebung ist eine der am besten dokumentierten Folgen oraler 17-alpha-alkylierter Verbindungen.
Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.
Wie es wirkt
Die körpereigene Cholesterinsynthese läuft nachts am stärksten, deshalb die Empfehlung, abends zu nehmen. Bei Atorvastatin ist dieser Punkt allerdings weniger kritisch als bei den kurzwirksamen älteren Statinen, weil die Halbwertszeit mit rund 14 Stunden plus aktive Metabolite ohnehin einen guten Teil des Tages abdeckt.
Für die Dosierung gilt die sogenannte Sechser-Regel: jede Verdopplung der Dosis senkt das LDL um weitere sechs Prozent. Von 10 auf 20mg ist der Zugewinn also klein, von 10 auf 80mg summiert es sich, aber der Nebenwirkungspreis steigt schneller als der Nutzen. Das ist der Grund, warum die Hochdosis nur bei entsprechendem Ausgangswert sinnvoll ist.
Anwendung und Dosierung
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Was die Forschung zeigt
ASCOT-LLA (Lancet 2003) wurde nach 3,3 statt der geplanten 5 Jahre abgebrochen, weil der Vorteil zu deutlich war: bei Hypertonikern mit durchschnittlichem oder sogar unterdurchschnittlichem Cholesterin senkte 10mg Atorvastatin die koronaren Ereignisse um 36 Prozent. Die Botschaft war neu, denn behandelt wurde nicht ein hoher Wert, sondern ein hohes Risiko.
CARDS (Lancet 2004) machte dasselbe bei Typ-2-Diabetes und wurde ebenfalls zwei Jahre vorzeitig gestoppt, mit 37 Prozent weniger kardiovaskulären Ereignissen. TNT (NEJM 2005) verglich 80mg gegen 10mg bei stabiler koronarer Herzkrankheit und fand unter der Hochdosis 22 Prozent weniger Ereignisse, allerdings mit mehr Leberwert-Auffälligkeiten.
SPARCL (NEJM 2006) gehört mit einem Vorbehalt hierher: nach Schlaganfall oder TIA senkte 80mg Atorvastatin die Schlaganfallrate um 16 Prozent, gleichzeitig traten aber etwas mehr Hirnblutungen auf. Der Nettoeffekt war positiv, die Einschränkung gehört trotzdem dazu.
Nebenwirkungen
- Muskelschmerzen: das bekannteste Thema. Statine können Muskelschmerzen und in seltenen Fällen einen echten Muskelabbau verursachen. Wer hart trainiert, hat ohnehin erhöhte CK-Werte, und das macht die Unterscheidung schwierig. Neue, ungewohnte Muskelschmerzen unter einem Statin gehören abgeklärt und nicht weggetrainiert.
- Leberwerte: leichte Anstiege sind häufig und meist harmlos, deutliche gehören kontrolliert.
- Blutzucker: Statine erhöhen das Risiko für einen neu auftretenden Diabetes leicht. Der kardiovaskuläre Nutzen überwiegt in den Studien klar, erwähnenswert ist es trotzdem.
- Verdauungsbeschwerden: in den ersten Wochen häufig, meist vorübergehend.
Lagerung
Trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt lagern. Außerhalb der Reichweite von Kindern.