Was ist Losartan?
Losartan ist ein Angiotensin-II-Rezeptorblocker, kurz Sartan. Es blockiert denselben Signalweg wie ein ACE-Hemmer, aber eine Stufe später: nicht die Bildung von Angiotensin II, sondern dessen Andocken am AT1-Rezeptor. Das Ergebnis ist ähnlich, der Weg dorthin ein anderer.
Genau daraus ergibt sich der praktische Hauptunterschied. Weil das ACE unangetastet bleibt, wird Bradykinin normal abgebaut, und der trockene Reizhusten der ACE-Hemmer tritt nicht auf. Das ist der häufigste Grund, warum jemand von Ramipril auf ein Sartan wechselt.
Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.
Wie es wirkt
Losartan selbst hat nur eine kurze Halbwertszeit von rund zwei Stunden. Die Wirkung trägt der aktive Metabolit EXP3174, der etwa zehnmal stärker bindet und sechs bis neun Stunden im Umlauf bleibt. Deshalb reicht trotz der kurzen Halbwertszeit der Muttersubstanz eine Gabe pro Tag.
Der Harnsäure-Effekt ist eine echte Besonderheit und kein Klasseneffekt: Losartan hemmt den URAT1-Transporter in der Niere, über den Harnsäure zurückresorbiert wird. Dadurch wird mehr ausgeschieden. Wer parallel mit Gicht oder erhöhten Harnsäurewerten zu tun hat, bekommt hier einen Zusatznutzen, den Valsartan oder Telmisartan nicht bieten.
Anwendung und Dosierung
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Was die Forschung zeigt
LIFE (Lancet 2002) ist die aussagekräftigste Studie, weil sie nicht gegen Placebo, sondern gegen einen aktiven Vergleich lief. Über 9.000 Hypertoniker mit Herzhypertrophie bekamen Losartan oder Atenolol. Bei praktisch identischer Blutdrucksenkung traten unter Losartan 13 Prozent weniger kardiovaskuläre Ereignisse und rund 25 Prozent weniger Schlaganfälle auf. Gleicher Druck, unterschiedliches Ergebnis, das ist ein starkes Argument.
Die Diabetes-Untergruppe (Lancet 2002) fiel noch deutlicher aus, mit einem zusätzlichen Vorteil bei der Gesamtsterblichkeit. RENAAL (NEJM 2001) belegte den Nierenschutz bei diabetischer Nephropathie: der kombinierte Endpunkt aus Verdopplung des Kreatinins, terminalem Nierenversagen und Tod fiel um 16 Prozent.
ELITE II (Lancet 2000) gehört zur Ehrlichkeit dazu: bei Herzinsuffizienz war Losartan dem ACE-Hemmer Captopril bei der Sterblichkeit nicht überlegen. Besser vertragen wurde es, wirksamer war es nicht. Sartane sind bei Herzinsuffizienz deshalb die Zweitwahl, wenn ein ACE-Hemmer nicht geht.
Nebenwirkungen
- Deutlich weniger als bei ACE-Hemmern: in den Studien lag die Abbruchrate auf Placebo-Niveau. Das ist der Hauptvorteil der Klasse.
- Erhöhtes Kalium: besonders in Kombination mit kaliumsparenden Mitteln.
- Schwindel: vor allem zu Beginn oder bei zu schnellem Erhöhen.
- Angioödem: sehr selten, aber auch bei Sartanen beschrieben. Wer es unter einem ACE-Hemmer hatte, ist auch hier nicht automatisch sicher.
- Nierenwerte: wie bei ACE-Hemmern nach Beginn kontrollieren.
Lagerung
Trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt lagern. Außerhalb der Reichweite von Kindern.