Was ist Ramipril?
Ramipril ist ein ACE-Hemmer. Es blockiert das Angiotensin-Converting-Enzyme, das Angiotensin I in Angiotensin II umwandelt. Angiotensin II ist der stärkste körpereigene Gefäßverenger und treibt zusätzlich die Aldosteron-Ausschüttung an, also die Salz- und Wasserretention. Beides fällt weg, wenn das Enzym blockiert ist.
Ramipril selbst ist ein Prodrug und wird in der Leber zu Ramiprilat umgebaut, das die eigentliche Arbeit macht. Neben der reinen Blutdrucksenkung hat die Substanzklasse eine gut dokumentierte Schutzwirkung auf Niere und Herz, die über den Druckeffekt hinausgeht.
Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.
Wie es wirkt
Das ACE hat einen zweiten Job, und daher kommt die bekannteste Nebenwirkung: es baut Bradykinin ab. Wird es blockiert, sammelt sich Bradykinin an. In den Gefäßen ist das erwünscht, weil es zusätzlich weitet. In den Bronchien führt es bei rund jedem zehnten zu einem trockenen Reizhusten, der nicht wieder verschwindet.
Der Nieren-Effekt läuft über eine Weitung des abführenden Gefäßes im Nierenkörperchen. Dadurch sinkt der Filtrationsdruck, die Niere wird entlastet und die Eiweißausscheidung geht zurück. Genau deshalb ist die Klasse bei proteinurischen Nierenerkrankungen Standard, obwohl der Kreatinin-Wert direkt nach Beginn oft leicht ansteigt. Ein Anstieg bis etwa 30 Prozent ist bei ACE-Hemmern erwartbar und kein Abbruchgrund.
Anwendung und Dosierung
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Was die Forschung zeigt
HOPE (NEJM 2000) ist die Studie, die den Ruf der Substanz begründet hat. Über 9.000 Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko, aber ohne Herzinsuffizienz, bekamen 10mg Ramipril oder Placebo. Der kombinierte Endpunkt aus Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulärem Tod fiel um 22 Prozent. Der Blutdruckabfall allein war zu klein, um das zu erklären, was den Schluss nahelegt, dass ein Teil des Nutzens nicht am Druck hängt.
MICRO-HOPE (Lancet 2000) sah in der Diabetes-Untergruppe dieselbe Richtung mit zusätzlich weniger Nephropathie. AIRE (Lancet 1993) zeigte nach Herzinfarkt mit Herzinsuffizienz eine um 27 Prozent niedrigere Sterblichkeit. REIN (Lancet 1997) belegte den Nierenschutz direkt: der Abfall der Filtrationsleistung verlangsamte sich, und weniger Patienten erreichten das terminale Nierenversagen.
Nebenwirkungen
- Trockener Reizhusten: rund 10 Prozent. Harmlos, aber er verschwindet nicht und wird auch nicht besser. Wenn er auftritt, ist der Wechsel auf ein Sartan wie Losartan die Lösung, die wirken ähnlich ohne diesen Effekt.
- Angioödem: selten, aber ernst. Schwellung von Lippen, Zunge oder Rachen gehört sofort abgeklärt und bedeutet das definitive Ende der Substanzklasse.
- Erhöhtes Kalium: besonders in Kombination mit Spironolacton oder Kaliumpräparaten.
- Schwindel bei der ersten Dosis: deshalb niedrig starten und abends nehmen.
- Kreatinin-Anstieg: ein Anstieg bis etwa 30 Prozent ist erwartbar. Deutlich mehr gehört kontrolliert.
Lagerung
Trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt lagern. Außerhalb der Reichweite von Kindern.