Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen. Produkte sind nicht zur Anwendung am Menschen freigegeben. Konsultiere bei gesundheitlichen Fragen einen Arzt.

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Ursodeoxycholsäure (Ursofalk)

Belegt bei Gallenstau, plausibel als Leberbegleitung bei Orals - aber dafür ohne einzige kontrollierte Studie.

2 Min. Lesezeit 4 Quellen Titration Stand Juli 2026
Klasse
Hydrophile Gallensäure
Anwendung
Oral, auf 2 bis 3 Gaben verteilt, zum Essen
Belegte Indikation
Primär biliäre Cholangitis, Gallenstein-Auflösung
Als Leberschutz bei Orals
Keine kontrollierte Studie, nur Mechanismus
Verträglichkeit
Gut, Durchfall als häufigste Meldung

Einstieg

Übliche Dosierung nach Einsatzzweck

Werte in mg pro TAG, nicht pro Woche. Auf zwei bis drei Gaben verteilen, zum Essen.

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Was ist Ursodeoxycholsäure?

Ursodeoxycholsäure ist eine körpereigene, hydrophile Gallensäure, die als Medikament eingesetzt wird. Sie verdrängt aggressivere, fettliebende Gallensäuren aus dem Gallensäure-Pool, verbessert den Gallenfluss und wirkt dadurch schützend auf die Leberzelle. Beim Menschen macht sie natürlicherweise nur wenige Prozent des Pools aus, unter Therapie steigt ihr Anteil deutlich.

Die dokumentierte Indikation ist die primär biliäre Cholangitis. Dort verbessert sie messbar Laborwerte und Gewebebefund. Außerdem wird sie zur Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen eingesetzt.

Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.

Wie es wirkt

Der Mechanismus greift am Gallenfluss an, nicht am Leberzellstoffwechsel. Das ist der entscheidende Satz für den Einsatz bei oralen Verbindungen. Ursodeoxycholsäure kann eine Cholestase günstig beeinflussen, also einen Rückstau von Galle. Sie kann aber nicht die direkte Zellschädigung durch 17-alpha-alkylierte Verbindungen verhindern, denn die läuft über einen anderen Weg.

Wer glaubt, mit UDCA einen längeren oder höheren Oral-Zyklus fahren zu können, hat den Mechanismus falsch verstanden. Der Schutz, den sie bietet, adressiert eine bestimmte Art der Leberbelastung und nicht alle.

Anwendung und Dosierung

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Was die Forschung zeigt

Bei der zugelassenen Indikation ist die Lage klar. Die kontrollierte Studie im NEJM (1991) zeigte bei 146 Patienten mit primär biliärer Cholangitis deutlich weniger Therapieversagen sowie signifikant bessere Bilirubin- und alkalische Phosphatase-Werte. Die Hepatology-Auswertung (2008) zeigte, dass Patienten mit biochemischem Ansprechen im ersten Jahr ein transplantationsfreies Zehnjahresüberleben von 90 Prozent hatten, gegenüber 51 Prozent bei Nicht-Ansprechenden.

Die Cochrane-Übersicht (2012) relativiert das: über 16 Studien mit 1.447 Patienten fand sich kein signifikanter Effekt auf Gesamtsterblichkeit oder Transplantation. Verbessert haben sich Laborwerte und Gewebebefund, nicht die harten Endpunkte.

Der wichtigste Befund für die Vorsicht kommt aus einer anderen Erkrankung. In der Studie von Lindor (Hepatology 2009) bei primär sklerosierender Cholangitis verbesserte hochdosierte Ursodeoxycholsäure die Leberwerte und verschlechterte trotzdem die harten Endpunkte, mit einem 2,3-fach erhöhten Risiko. Die Studie wurde abgebrochen. Bessere Laborwerte unter UDCA sind also kein Beweis für Organschutz. Das ist der wichtigste Satz auf dieser Seite.

Nebenwirkungen

  • Durchfall: die häufigste Meldung, meist mild und dosisabhängig.
  • Übelkeit und Bauchschmerzen: gelegentlich, vor allem zu Beginn.
  • Sonst gut verträglich: die Verträglichkeit ist der unstrittige Pluspunkt der Substanz.
  • Was sie nicht kann: die direkte Zellschädigung durch 17-alpha-alkylierte Verbindungen verhindern.

Lagerung

Trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt lagern. Außerhalb der Reichweite von Kindern.

Evidenz

Quellen

  1. 1 Ursodeoxycholsäure bei primär biliärer Cholangitis, kontrollierte Studie. NEJM, 1991
  2. 2 Biochemisches Ansprechen im ersten Jahr und Langzeitprognose. Hepatology, 2008
  3. 3 Cochrane-Übersicht: kein Effekt auf Sterblichkeit oder Transplantation. Cochrane, 2012
  4. 4 Hochdosierte Ursodeoxycholsäure bei primär sklerosierender Cholangitis, Studie abgebrochen. Hepatology, 2009

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