Was ist IGF-1 LR3?
IGF-1 LR3 (Long R3 IGF-1) ist eine veränderte Form des insulinähnlichen Wachstumsfaktors 1. Zwei Änderungen an der Sequenz sorgen dafür, dass es kaum an die natürlichen Trägerproteine (IGFBPs) bindet. Dadurch bleibt mehr freies, aktives IGF-1 im Umlauf, und das deutlich länger als beim natürlichen Molekül.
In der Forschung ist IGF-1 LR3 vor allem als Reagenz für Zellkulturen verbreitet. Beim Menschen gibt es keine Zulassung und nur eine dünne Datenlage.
Wie es wirkt
IGF-1 vermittelt viele der anabolen Effekte, die sonst dem Wachstumshormon zugeschrieben werden: Es fördert Zellwachstum, Eiweißaufbau und die Aufnahme von Nährstoffen in die Zelle. Über den IGF-1-Rezeptor wirkt es zudem auf Muskel- und Bindegewebe.
Die LR3-Variante ist deshalb interessant, weil sie durch die schwache Trägerprotein-Bindung länger aktiv bleibt als natürliches IGF-1. Genau das macht sie aber auch potenter und damit empfindlicher in der Dosierung.
Was du brauchst
- Das IGF-1-LR3-Vial (lyophilisiertes Pulver, meist 1mg).
- Bakteriostatisches Wasser zum Auflösen.
- U-100-Insulinspritzen.
- Alkoholtupfer und einen sauberen Arbeitsplatz.
Rekonstitution
Nutze den Rechner oben: Vial-Größe (meist 1mg) und Wassermenge wählen, er zeigt Konzentration und Einheiten pro Dosis auf der U-100-Spritze.
Ein 1mg-Vial mit 1ml bakteriostatischem Wasser ergibt 1000mcg pro ml. Eine Dosis von 50mcg sind dann 5 Einheiten auf der Insulinspritze. Das Wasser einfach ins Vial geben und auflösen lassen, es ist egal ob es direkt aufs Pulver trifft.
Dosierung
Nur für Mitglieder
Dosierempfehlungen sind nur für eingeloggte Mitglieder sichtbar. Einloggen ist kostenlos.
Injektion
Subkutan ins Unterhautfettgewebe, mit der kurzen Insulinnadel.
- Einstichstelle desinfizieren, Hautfalte nehmen, langsam injizieren.
- Injektionsstellen wechseln.
- Weil IGF-1 insulinähnlich wirkt, auf Unterzucker-Anzeichen achten und nicht nüchtern überdosieren.
Was die Forschung zeigt
Eine ältere, sauber publizierte Studie (Tomas, 1993) verglich bei Ratten natürliches IGF-1 mit der LR3-Variante. Ergebnis: Beide förderten Gewichtszunahme und Stickstoff-Retention, aber LR3-IGF-1 war wegen der schwachen Trägerprotein-Bindung deutlich potenter.
Das stützt den Mechanismus, ist aber Tierforschung. Moderne Humanstudien speziell zu LR3 und Muskelaufbau bei Gesunden fehlen, eine Zulassung gibt es nicht.
Nebenwirkungen
- Insulinähnliche Wirkung mit Risiko von Unterzucker (Zittern, Schwitzen, Heißhunger), vor allem nüchtern.
- Lokale Reaktionen an der Einstichstelle.
- Theoretisches Bedenken: IGF-1 fördert Zellwachstum generell, was bei vorbestehenden Wucherungen kritisch sein kann. Langzeit-Sicherheitsdaten am Menschen fehlen.
Praxis
- Niedrig starten (rund 20mcg) und genau beobachten.
- Bei Unterzucker-Anzeichen schnelle Kohlenhydrate griffbereit haben.
- Zyklen begrenzen wegen nachlassender Rezeptor-Antwort.
- In offiziellen Wettkämpfen verboten.
Lagerung
Vor dem Auflösen ist das Pulver robust, normale Raumtemperatur (rund 20 bis 25 Grad) reicht, am besten dunkel lagern. Nach dem Auflösen in den Kühlschrank (2 bis 8 Grad), nicht einfrieren. Dort hält die Lösung mindestens 8 bis 10 Wochen nahezu ohne Wirkstoffverlust, in der Praxis deutlich länger. Schwenken oder schütteln zum Mischen ist beides okay.